Erste Hilfe Tasche - Für den Notfall bestens ausgestattet

Erste-Hilfe-Taschen sind aus Kliniken und Praxen nicht weg zu denken. Aber Unfälle passieren nicht immer in der Nähe eines Arztes. Deshalb kann eine medizinische Grundausstattung auch im privaten Haushalt in so mancher Situation wichtig werden. In vielen Gebäuden, in denen zahlreiche Menschen aufeinander treffen und daher ein erhöhtes Verletzungspotential herrscht, sind sie sogar Pflicht. So muss die Erste-Hilfe-Tasche etwa in Betrieben, Kindertagesstätten oder Schulen zu finden sein. Einen einfachen Verbandskasten muss zudem jedes Auto mitführen. Gerade deshalb ist die Auswahl mit der Zeit immer größer geworden. Worauf Sie beim Kauf achten können und welche Wahl für Sie die richtige ist, zeigen wir Ihnen hier.

Was ist eine Erste-Hilfe-Tasche?

Die Erste-Hilfe-Tasche enthält alles, was für die Erstversorgung nach einem Unfall oder einer Verletzung notwendig ist. Sie ist regelmäßig leichter als ein Verbandskasten und kommt in einer Größe, in der sie bequem transportiert werden kann. Oft trägt sie auffällige Farben wie ein leuchtendes Orange, um im Unglücksfall leicht auffindbar zu sein. Auf der Tasche befindet sich in der Regel ein weißes Kreuz auf grünem Grund, das Standardsymbol für Erste Hilfe.

Sie finden auf dem Markt ein breites Angebot an verschiedenen Größen, die sich je nach Bedarf für Privatpersonen, Ersthelfer, Einrichtungen oder Profis eignen. Abhängig von der Bestückung variiert der Preis: So können günstige Modelle für wenige Euro erworben werden, teurere Modelle gibt es für über 100 Euro. Alternativ können Sie eine leere Erste-Hilfe-Tasche kaufen und diese selbst befüllen oder sogar eine Tasche nähen.

In der Tasche befindet sich in der Regel Verbandsmaterial wie Mullbinden, Heftpflaster, Wundauflagen und Dreiecktücher. Zudem finden sich hier Beatmungsmasken, Einmalhandschuhe und Pinzetten, sowie ein Inhaltsverzeichnis und eine Anleitung für Laien. Außerhalb von Europa wird außerdem regelmäßig eine andere, weitergehende Ausrüstung benötigt, etwa für den Katastrophenschutz.

Was viele KFZ-Fahrer nicht wissen: Ein Teil der Ausstattung wie etwa Sterilmaterialien sind mit einem Haltbarkeitsdatum versehen. Wenn dieses erreicht ist, sind die Materialien zu entsorgen und durch neue zu ersetzen. Auch Pflaster werden mit der Zeit porös und können für den Notfall unbrauchbar sein. Der Inhalt der Erste-Hilfe-Tasche ist daher regelmäßig zu kontrollieren und auf aktuellem Stand zu halten. Auch verwendetes Material ist umgehend zu entsorgen und zu ersetzen.

DIN-Normen: Welche Ausführungen gibt es?

Im Privaten können Sie Ihre Erste-Hilfe-Tasche grundsätzlich so bestücken, wie Sie möchten. Hier können Sie insbesondere auch auf individuelle Bedürfnisse eingehen wie etwa bekannte Allergien oder regelmäßig benötigte Medikamente. Dort, wo sie vorhanden sein muss, muss sie aber eine gewisse Standardausstattung enthalten. Diese richtet sich nach DIN-Normen, die gesetzlich festgelegt sind und abhängig von der Größe des Betriebes und Anzahl der Mitarbeiter eingehalten werden müssen.

DIN 13169

DIN 13169 ist eine große Erste-Hilfe-Tasche mit 127 Teilen, die dort Pflicht ist, wo mehr Menschen aufeinander treffen:

  • Baustellen mit bis zu fünfzig Versicherten
  • Herstellungs- und Verarbeitungsbetriebe mit bis zu hundert Versicherten
  • Verwaltungs- und Handelsbetriebe mit bis zu dreihundert Versicherten.

Werden diese Zahlen überschritten, muss eine weitere Erste-Hilfe-Tasche der Norm DIN 13169 vorhanden sein.
DIN 13169 unterscheidet sich von DIN 13157 dadurch, dass sich darin doppelt so viel Verbrauchsmaterial befindet.

DIN 13157

DIN 13157 beschreibt ein kleines Erste-Hilfe-Set mit 65 Teilen und muss an folgenden Stellen eingehalten werden:

  • Baustellen mit bis zu zehn Versicherten
  • Herstellungs- und Verarbeitungsbetriebe mit bis zu zwanzig Versicherten
  • Verwaltungs- und Handelsbetriebe mit bis zu fünfzig Versicherten
  • In Schulen und Kindergärten.

DIN 13157 beinhaltet alles, was in einem Verbandskasten für Kraftfahrzeuge enthalten sein muss (DIN 13164). Zusätzlich befinden sich hierin noch Fingerverband 120 mm × 20 mm, Augenkompresse, Pflasterstrip, Fingerkuppenverband, Kälte-Sofortkompresse, Folienbeutel und Vliesstoff-Tuch.

 

DIN 13167

DIN 13167 beschreibt einen platzsparenden Verbandskasten, der etwa für Motorräder geeignet ist. Diese sind allerdings aufgrund ihrer Größe gesetzlich nicht dazu verpflichtet, ein Erste-Hilfe-Set mitzuführen.

 

Weitere Normen

Für die Feuerwehr existiert eine weitere Norm: DIN 14142 ist ein besonders großes Set mit 132 Teilen.

DIN 14143 beinhaltet Geräte zur Schockbekämpfung und wurde in der Vergangenheit beispielsweise auf Löschgruppenfahrzeugen verwendet.

Im Katastrophenschutz kam DIN 13160 zum Einsatz, wurde aber mittlerweile ersatzlos zurückgezogen.

Worauf sollten Sie beim Kauf einer Erste-Hilfe-Tasche achten?

Abhängig von Ihrem geplanten Verwendungszweck können Sie die Größe und den Inhalt Ihrer Erste-Hilfe-Tasche auswählen. Wenn Sie etwa Ihren Betrieb oder Ihr KFZ ausstatten wollen, müssen Sie auf die Einhaltung der entsprechenden DIN-Norm achten. Denken Sie hier insbesondere daran, dass ab einer gewissen Größe bzw. Mitarbeiterzahl eine zweite Tasche benötigt wird.

Falls die Erste-Hilfe-Tasche unter anderem von Laien verwendet werden soll, sollte sich darin eine Erste-Hilfe-Anleitung befinden. Auch ein Inhaltsverzeichnis unterstützt im Notfall eine schnelle Orientierung.

Das Äußere der Erste-Hilfe-Tasche sollte robust und gut verarbeitet sein, sodass der Inhalt optimal geschützt ist. Im Idealfall begleitet sie Sie für viele Jahre. Zudem ist darauf zu achten, dass das Außenmaterial der Tasche wasser- und staubdicht ist. Dies ist insbesondere auf Baustellen und größeren Betrieben essenziell.
Wenn Sie damit rechnen, dass die Tasche oft den Ort wechselt, achten Sie insbesondere auf strapazierfähige Tragegriffe und wählen Sie ein Modell, das für häufigen Transport geeignet ist.
Wenn Sie eine bereits bestückte Tasche erwerben, sollte diese bereits übersichtlich befüllt und vollständig sein. Den Inhalt können Sie trotzdem umsortieren und ihn an Ihre Bedürfnisse anpassen, sodass im Notfall kein Handgriff zu viel erfolgen muss. Stellen Sie vor dem Kauf sicher, dass die Materalien noch möglichst lange haltbar sind.

Erwerben Sie Ihre Erste-Hilfe-Tasche nur von Verkäufern, denen Sie vertrauen. Ein ungewöhnlich niedriger Preis oder schlechte Bewertungen sollten ein Warnsignal sein: Bei der Vielzahl von Angeboten, die es auf dem Markt gibt, finden sich leider auch immer wieder Betrüger.
Schließlich sollten Sie keinesfalls eine gebrauchte Erste-Hilfe-Tasche erstehen. Dabei ist nicht sichergestellt, dass der Inhalt noch vollständig, unbenutzt und haltbar ist. Im Notfall möchten Sie nicht mit bösen Überraschungen konfrontiert werden, sodass beim Kauf nicht an der falschen Ecke gespart werden sollte.

Wie verwenden Sie Ihre Erste-Hilfe-Tasche?

Stellen Sie nach dem Erwerb Ihrer Erste-Hilfe-Tasche diese Ihren Mitarbeitern, Schülern, etc. vor. Führen Sie regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse durch, damit im Notfall die notwendige Kenntnis vorhanden ist.
Platzieren Sie die Tasche an einem sichtbaren, leicht zugänglichen Ort und informieren Sie Ihre Mitarbeiter hiervon. Der Ort darf von allen ständigen Arbeitsplätzen maximal 100 Meter und höchstens ein Stockwerk entfernt sein. Die Tasche sollte weder direktem Sonnenlicht noch großer Hitze ausgesetzt sein. Hängen Sie neben der Erste-Hilfe-Tasche eine Tafel mit Notrufnummern und Ersthelfern auf, damit im Notfall alle benötigten Informationen schnell zugänglich sind.

Falls die Erste-Hilfe-Tasche mit einem Siegel versehen ist, können Sie hieran erkennen, wenn Sie geöffnet wurde. In diesem Fall könnte der Inhalt nicht mehr vollständig oder benutzt sein. Kontrollieren Sie die Tasche umgehend und befüllen Sie diese mit allen notwendigen Materialien. Grundsätzlich ist kein vollständiger Austausch von Nöten, es reicht, wenn Sie Einzelteile erneuern. Fehlt ein Großteil des Inhalts, bietet sich aber der Ersatz durch ein komplettes Set an.
Stellen Sie auch regelmäßig sicher, dass keines der Materialien porös geworden ist oder ihr Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Dieses variiert je nach Hersteller und beträgt maximal 20 Jahre.
Ist der Inhalt trotz schützender Hülle einmal nass geworden oder verschmutzt, sind die betroffenen Teile ebenfalls zu ersetzen. Insbesondere Mullbinden und Pflaster sind unbrauchbar, wenn sie mit Wasser in Berührung gekommen sind. Wenn diese einfach getrocknet und im Anschluss verwendet werden, ist nicht sichergestellt, dass sie steril oder noch brauchbar sind.

Schließlich können Sie Ihre Erste-Hilfe-Tasche nach den Bedürfnissen Ihres Betriebes, Ihrer Einrichtung oder Ihrer Familie ergänzen: Wenn Ihnen bekannt ist, dass spezielle Notfallmedikamente benötigt werden, können Sie diese in die zum Teil dafür vorgesehenen Fächer legen. Achten Sie auch hier darauf, diese regelmäßig zu kontrollieren und auszutauschen, wenn das Haltbarkeitsdatum erreicht ist.


Sie sehen: In der Masse von Angeboten finden Sie sich leicht zurecht, wenn Sie die richtige DIN-Norm beachten. Wenn Sie nun noch den Verwendern der Erste-Hilfe-Tasche das notwendige Know-How aneignen und die Tasche auf dem aktuellen Stand halten, sind Sie für den Notfall bestens vorbereitet.

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