Zinkleimverband

Bei dem Zinkleimverband handelt es sich um ein medizinisches, therapeutisches Verfahren, bei dem ein mit Zinkleim bearbeiteter Verband eingesetzt wird. Seine Einsatzgebiete finden sich vor allem im Bereich der Sportmedizin und der Orthopädie. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der Bereich der Kompressionstherapie. Hintergrund dieses Verbandverfahrens ist die Wirkung, dass der Verband Schwellungen abbaut bzw. ihnen bereits vorbeugt. Aber auch zur Stabilisierung und zur Stützung verletzter Glieder eignet sich dieses Verfahren.

Unsere Empfehlungen:

Wirkung

Ödeme (Blutergüsse) entstehen durch Verletzungen. Aber auch eine Fehlfunktion der Venen kann diese blauen Flecke hervorrufen. Diesen Verletzungen können Sie durch das Anlegen von Bandagen entgegenwirken. Vor allem dann, wenn diese Bandagen mit Zinkleim versehen sind. Diese Bandagen setzen der natürlichen Muskelbewegung einen großen Widerstand entgegen und fördern so die Durchblutung.

Wenn Sie eine Zinkleimbinde in der Kompressionstherapie anwenden, werden Sie hierzu noch einen sogenannten Trikotschlauch zur Unterstützung einsetzen. Dadurch verbessern Sie den Halt und den Druck, den der Zinkverband ausüben soll. Das hat zur Folge, dass die Schwellung sich nur innerhalb eines gewissen Rahmens ausdehnen kann. Der Zinkverband sorgt also dafür, dass die Schwellung so gering wie möglich bleibt. Allerdings muss die Zinkleimbinde nach ein paar Tagen erneuert werden. Das gleiche gilt auch für den Zinkverband.

Aufgrund des hohen Drucks, den die Schwellung auf den Zinkleimverband ausübt, wird dieser nach ein paar Tagen lockerer. Um das gewünschte Ergebnis jedoch nicht zu verlieren, sollten Sie den Verband neu anlegen. Das hat unter anderem den Vorteil, dass Sie die Schwellung jedes Mal, wenn Sie den Zinkleimverband wechseln, wieder etwas weiter zurückdrängen, und zudem den normalen Stoffwechsel in den betroffenen Regionen des Gewebes wieder fördern.

Entdeckt wurde die Behandlung mit einem Zinkverband gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Hamburger Arzt „P.G. Unna“ führte den Zinkleimverband in der Kompressionstherapie ein.

Anwendung und Konsistenz

Hauptbestandteil der Zinkleimbinde ist eine Paste aus Zinkoxid. Diese besteht zudem noch aus Wasser und einem Bindemittel. Der Zinkleimverband wird in der Behandlungsphase um ein geschwollenes, verletztes oder von einer Schwellung bedrohtes Gelenk, Körperteil gewickelt bzw. angelegt. Bei dem Verband an sich können Sie wählen, ob Sie sich für eine elastische Mullbinde oder eine eher steife Zinkleimbinde entscheiden.

Die Mullbinde lässt sich wesentlich einfacher anlegen, aber Sie sollten wissen, dass mit den steifen Binden die Kompression und damit die Wirkung und das Ziel deutlich genauer dosiert werden können. Der Zinkleimverband entfaltet die gewünschte Kompressionswirkung in der betroffenen Körperregion und sorgt zeitgleich für deren Kühlung, was der Abschwellung förderlich ist. Aus diesem Grund wird er nicht nur bei bereits bestehenden Schwellungen angelegt, sondern auch als vorbeugende Maßnahme dort, wo Schwellungen zu entstehen drohen.

Eine weiter Anwendung finden Sie bei Sehnenscheidenentzündungen oder einer Schleimbeutelentzündung. Hier dient der Zinkleimverband zur Stabilisierung der betroffenen Bereiche.

Der Zinkleimverband bietet eine Menge verschiedener Einsatzgebieten neben den bereits genannten. So finden Sie ihn unter anderem im Einsatz bei Wadenbeinbrüchen, bei denen keine Fehlstellung gegeben ist, bei Distorsionen oder in der postoperativen Behandlung und Therapie wieder. Hier sind aber auch Tape-Verbände zu finden, die sich leichter handhaben lassen, die Doppelwirkung allerdings nicht erzielen.

Betroffene Regionen der Anwendung

Der Zinkleimverband eignet sich besonders gut bei der Behandlung von Verletzungen / Schwellungen im Bereich sämtlicher großen Gelenke. Zu diesen gehören die Knie und Füße, aber auch die Arme mit den Ellenbogen und die Hände mit den Handgelenken können durch den Zinkleimverband sehr gut behandelt werden. Vor allem deswegen, weil die Doppelwirkung von Kompression und Kühlung hier von besonderer Bedeutung für das Ergebnis der Behandlung / Therapie von Bedeutung ist.

 

Zinkleimverband anlegen

Dem Anlegen des Verbandes kommt eine nicht zu unterschätzende Rolle zu. Vor allem dann, wenn Patienten allergische Reaktionen der Haut zeigen können. Aber auch auf Grund der Tatsache, dass der Zinkleimverband häufig an Stellen eingesetzt bzw. angelegt wird, die stärker behaart sind als andere Körperregionen. Um hier das Risiko der allergischen Reaktion und ein unangenehmes Ziepen bzw. Ziehen der Haare zu vermeiden, ist es üblich, eine sogenannte Schlauchbinde über das zu versorgende Gelenk zu ziehen. Dann erwärmen Sie den Verband kurz bis er sich formen lässt und legen diesen fest um die jeweilige Stelle. Hier müssen Sie jedoch darauf achten, dass der Verband zwar fest sitzt, aber nicht dazu führt, dass die Blutversorgung abgeschnürt wird. Je nach Region sollte ein Bereich von bis zu fünf Zentimetern oberhalb und unterhalb der betroffenen Stelle eingehalten werden. Zum Schluss umwickeln Sie das Ganze noch einmal mit einer trockenen Mullbinde.

Achtung: Sollten Sie feststellen, dass sich bei Anlegen des Verbandes ein Blutstau bildet, sollten Sie schnellstens einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt auch dann, wenn sich ein Taubheitsgefühl bemerkbar macht oder Sie andere Hinweise auf eine mangelnde Durchblutung entdecken.

 

Ein Verbandwechsel sollte innerhalb der ersten fünf Tage durchgeführt werden. Dadurch verhindern Sie, dass der Verband zu trocken wird und somit die betroffene Region mehr schädigen als heilen kann. Sollte der Verband sich jedoch vorher gelockert haben, so ist dies ein Anzeichen für den Rückgang der Schwellung und Sie können den Verband beruhigt jetzt schon wechseln und im Endeffekt enger anlegen. Somit erneuern Sie den Druck und die Kühlung auf die verwundete Stelle und bieten der Schwellung wie bereits erwähnt weder weniger Platz, sich auszudehnen und fördern die Durchblutung im Gewebe weiter.

Bei der Versorgung einer Wunde mit einem Zinkleimverband sollten Sie beachten, dass der Zinkverband vorsichtig angelegt wird. Hintergrund hierfür ist die Eigenschaft von Zink, weiße Flecken zu hinterlassen. Um diese Flecken von Kleidungsstücken, Möbeln oder vom Fußboden zu entfernen, sollte zudem stets eine Schüssel mit Wasser bereit stehen, um schnell handeln zu können. Ist Zink erst einmal eingetrocknet, lässt es sich nur schwieriger entfernen.

Häufige Fragen – Alles was Sie wissen wollten / sollten!

Zinkleimverband kaufen

Wenn Sie einen Zinkleimverband kaufen möchten, dann sollte Sie durchaus auf einige Dinge achten.

  • Größe und Passform: Natürlich offensichtlich, wird aber nicht selten vergessen. Wenn Sie einen Zinkleimverband kaufen möchten, dann sollte Sie vorher abschätzen oder sogar abmessen, wie lang und auch breit der Verband sein sollte. Somit vermeiden Sie Überraschungen nach dem Kauf.
  • Konsistenz / Dosierung des medizinischen Wirkstoffes: Natürlich unterscheiden sich die verschiedenen Produkte auf dem Markt hinsichtlich deren enthaltenen Wirkstoffe und auch Dosierung. Auch hier sollte man natürlich auch immer den Einsatzzweck im Auge behalten. Eine große Rolle beim Kauf des Zinkleimverbands kann auch die Hautverträglichkeit sein. Manche Produkte setzten hier auf Zusammenstellungen frei von Fetten (bspw. Vaseline) und Paraffinen, welche hypoallergen und latexfrei sind.

    Tendentiell kann man auch hier raten, nicht unbedingt zu den günstigen Verbänden aus der Drogerie oder dem Einzelhandel zu greifen. Hier gibt es nicht selten Unterschiede bei den Wirkstoffen und Dosierung.

  • Materialien / Qualität: Auch die Materialien des eigentlichen Verbands sollten beim Kaufen beachtet werden. Auch hier schneiden billige Zinkleimverbände aus der Drogiere oder Einzelhandel oft schlechter ab. Daher raten wir Ihnen, hier nicht am falschen Ende zu sparen und daher auch Makenware zurückzugreifen.
Unsere Empfehlungen:

Zinkleimverband wie lange tragen?

Ein Zinkverband ist von der Art der Behandlung nicht zeitlich bestimmt. Ein Ende ist dann erreicht, wenn die Schwellung vollständig abgeklungen ist. Allerdings ist darauf zu achten, dass der einzelne Zinkleimverband nach vier bis fünf Tagen erneuert wird. Geht die Schwellung schneller zurück und lockert sich der Kompressionsverband, so ist ein Wechsel auch schon früher notwendig, um das Ziel weiter zu erreichen.

Zinkleimverband beim Duschen?

Den Zinkleimverband können Sie vollkommen beruhigt auch beim Duschen tragen. Sie sollten jedoch sicher stellen, dass dieser nicht nass wird. Hier empfiehlt es sich, eine Tüte über den Verband zu legen. Bei einer Verletzung des Fußes ist es ratsam, neben einer Tüte den Fuß aus der Dusche bzw. Wanne zu halten und nur mit einem Waschlappen zu reinigen. Sollte der Verband trotz aller Vorsicht dennoch nass werden, einfach einen neuen anlegen.

Wie lange haltbar?

Der Zinkleimverband ist je nach Konsistenz und Beschaffenheit unterschiedlich lange haltbar. Die Haltbarkeit entnehmen Sie der Verpackung der verwendeten Mittel, sei es der Zinkleimverband an sich oder die Nutzung einer Paste in Zusammenarbeit mit Leinen- oder Mullverbänden. Eine Haltbarkeit der Nutzung sollten Sie auf fünf Tagen höchstens selber begrenzen.

Wozu ist ein solcher Verband gut? (kurze Zusammenfassung)

Bei Prellungen, Sehnenscheidenentzündungen, Verrenkungen, Verstauchungen und Zerrungen bietet der Verband eine gute Therapie, um den Bereich zu kühlen und einen gewissen Gegendruck auszuüben.

Bei Verbrennungen 1. Grades bietet der Zinkleimverband eine gute, permanente Kühlung des betroffenen Bereiches.

Wirkungsweise

Durch den Druck und seine kühlende Eigenschaft hilft der Verband bei der Reduktion von posttraumatischen Ödemen im Gelenkbereich.

Zinkleimverband wie oft wechseln?

Ein Verbandwechsel sollte innerhalb der ersten fünf Tage durchgeführt werden. Dadurch verhindern Sie, dass der Verband zu trocken wird und somit die betroffene Region mehr schädigen als heilen kann. Sollte der Verband sich jedoch vorher gelockert haben, so ist dies ein Anzeichen für den Rückgang der Schwellung und Sie können den Verband beruhigt jetzt schon wechseln und im Endeffekt enger anlegen.

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